Thailand-Tour 2005 - Erlebnisse im Nordosten

Nach unserer Absage einer geplanten Tauchsafari in der Andamanensee, auf Grund der Tsunami Katastrophe galt ein Großteil unserer Zeit in Thailand, neben einer Tour in den Norden der Umgebung rund um Udon Thani und den etwas südlicheren Territorien.
Per Mietwagen und dem gewissen Maß an Entdeckerdrang ging es dabei auf Erkundungstour.
Dabei konnten wir wieder jede Menge netter Leute kennen lernen und viele neue Eindrücke gewinnen.
Hier ein paar Impressionen.
Viel Spaß beim lesen!

Phanom Rung - der Geschichte auf der Spur

Nach unserer über mehrere Tage dauernden Nordtour haben wir uns entschlossen noch einen Abstecher nach Phanom Rung, dem alten Khmer Tempel östlich von Nakon Ratchasima (Khorat) zu unternehmen.
Ein Jahr zuvor hatten wir bereits den Tempel von Phimai besucht, der ebenfalls eine Hinterlassenschaft des Khmer Imperiums darstellt.
Phanom Rung ist ähnlich, allerdings noch etwas größer.
Da die Fahrt mit dem Pick Up von Udon Thani doch etwas länger dauern würde, machten wir uns bereits frühzeitig am Morgen auf den Weg.

Mit dabei war diesmal unser Schwager und Bruder Toto, der sich extra für den Tag frei genommen hatte, um uns zu begleiten. Er ist beruflich viel unterwegs, kennt den Nordosten wie seine Westentasche und war somit fernab des Highway natürlich eine wertvolle Bereicherung für diese Tour.

Zunächst ging es nach Kunphawapi. Ähnlich Lopburi, wird hier die Stadt und im Besonderem der städtische Park von einer großen Anzahl Affen bevölkert, die offenbar hier das Sagen zu scheinen haben. Schon als wir mit unserem Auto Halt machten kamen sie in Scharen herbei. Die Neugierde und die Suche nach Fressbaren wird die flinken Burschen wohl immer auf ein Neues anlocken.

Auch wenn sie sehr lustig ausschauen und einen lebhaften Eindruck machen, so ist doch Vorsicht geboten. Im Besonderen die Männchen können als Familienoberhäupter auch recht aggressiv werden oder hinterlassen zumindest den Eindruck dafür. Man sollte sicher nicht testen, inwieweit man in Punkto Zutrauen gehen kann.
Die Zeit drängt, wir planen aber hierher noch einmal zu kommen, was wir dann auch wenige Tage später war machen werden. Unsere Fahrt geht weiter über zahlreiche Dörfer und Landstriche, wie Kalasin, Roi Et und Buriram bis wir nach einigen Stunden den Prasat Hin Phanom Rung zwischen Nang Rong und Prakon Chai erreichen.

Etwas ausgepowert von der langen Fahrt suchen wir erst einmal ein kleines Restaurant auf, um uns etwas zu stärken und zu erfrischen. Auch hier kommen wir wieder sehr schnell mit einigen Leuten ins Gespräch und haben viel Spaß. Es wird wieder einmal ein Farang für irgendeine hübsche Frau gesucht und so nehmen die lustigen Gespräche ihren Lauf.

Nach einem guten Thaigericht und ein, zwei schöngeistigen Getränken geht's dann auf zur eigentlichen Tempelanlage. Der Khmer Tempelkomplex Prasat Hin Phanom Rung befindet sich, wie wir der Literatur entnehmen können, auf der Kuppe des erloschenen Vulkans Khao Phanom Rung.
Die gesamte Anlage des Tempels stammt aus der Regierungszeit Suryavarman II. zu Anfang des 12. Jahrhunderts. Er stellt den wohl mächtigsten Khmer König dar unter dem auch Angor Wat im heutigen, benachbarten Kambodscha errichtet wurde.

Einige Bauteile von Phanom Rung sind allerdings auch mindestens 200 Jhre älter. Die Besonderheit Phanom Rungs ist vor allem darin begründet, dass der Tempelkomplex in seiner Ursprünglichkeit erhalten geblieben ist und nicht von den Thai in ein buddhistisches Heiligtum umgewandelt wurde.

Von 1971 - 1985 wurde der Komplex für rund 2 Millionen US $ sorgfältig restauriert und erstrahlt heute, sehr zur Freude der vielen Besucher in seinem alten Glanz wieder.
Vom Eingang der Anlage, wo viele Händler ihre Waren anbieten erreicht man über einen gepflasterten Prozessionsweg, dessen Achse in verlängerter Luftlinie direkt nach Angor Wat führen soll, sowie die Naga - Brücke den Haupteingang zum heiligen Bezirk in dessen Zentrum sich das Hauptheiligtum mit dem Maiskolbenförmigen Prang befindet.
Der Prozessionsweg symbolisiert die spirituelle Reise aus der irdischen Welt ins Hindu - Pantheon. Der Prang des Hauptheiligtums stellt dabei den kosmopolitischen Gipfel und damit das Ende des Prozessionsweges dar.

Man sagt, dass es zur Zeit des Songran Festes im April möglich sein soll die Sonne durch alle 15 Tore des westliche Gopura, einem Teil des heiligen Bezirkes zu sehen.
Ähnlich wie damals in Phimai sind wir sehr angetan von der Leistung älterer Epochen und können sehr wohl verstehen, dass der Prasat Hin Phanom Rung zu den wertvollsten Kulturgütern des Isaan zählt und sehr gut besucht ist.

In der näheren Umgebung gibt es einen weitern Khmer Tempel - Muang Tam -, den wir allerdings noch nicht besucht haben.
Alle Heiligtümer befinden sich unmittelbar in der Nähe der Grenze zu Kambodscha, was man auch an der teilweisen Militärpräsenz mitbekommt, die aber keinen Einfluss auf den Besuch der Kulturstätten darstellt. Lediglich, die noch etwas weiter entfernten Tempel Prasat Ta Muen und Prasat Ta Muen Tot befinden sich schon direkt im Grenzgebiet und können lt. unserer eingeholten Information nur in Reisegruppen und in Militärbegleitung besucht werden meist direkt von Surin aus.

Wir verlassen nach einem anstrengenden, aber sehr lehrreichen und nachdenklichen Tag Phanom Rung zurück in Richtung Udon Thani.
Unterwegs gibt es noch so manche Leckerei in einem Restaurant in der Nähe von Khorat und dann ist auch dieser wunderschöne Tag Geschichte.

Aber wir wollen wieder kommen und auch die anderen Tempel zu besuchen, um einen Eindruck davon zu gewinnen, welche Macht und Ausstrahlung vom Khmer Imperium Angor Wat ausging, stehen doch schließlich all diese Khmer Tempel in enger Verbindung zum wohl größten Heiligtum der Khmer im heutigen Kambodscha.

Infos zu Phanom Rung gibt es beim:
TAT Khorat (044) 213666
Der Prasat Hin Phanom Rung ist täglich geöffnet von 9.00 - 17.00 Uhr.